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Die Musikkapelle aus dem
Jahre 1904
in ihrer Tanzmusikbesetzung
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stehend
von links: Albrecht Link, Joseph Kohl, Lorenz Wolz
sitzend: Valentin
Leis, Karl Maria Dörr |
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Von
den 28 Paragraphen der Vereinsstatuten lautete der erste: "Der
Zweck des Vereins ist die Pflege und Förderung der Instrumentalmusik,
sowie gesellige Unterhaltung".
Weil zur Vereinsgründung aber die Genehmigung des Bezirksamtes
erforderlich war, wurden die Unterlagen dort eingereicht.Von dort
wurde nun eine Stellungnahme der Gemeinde erbeten. Doch der Gemeindeausschuss
lehnte in seiner Sitzung am 25.Februar 1900 die Vereinsgründung
ab. So hält das Sitzungsprotokoll fest: "...Wenn auch
die Übertretung jugend- und sittenpolizeilicher Vorschriften
nicht geradezu beabsichtigt ist, so ist doch zu erwarten, dass die
Unterhaltungen des Vereins in regelrechten Tanzmusiken auslaufen
werden... Die Handhabung der Jugend- und Sittenpolizei ist durch
die Häufigkeit der Tanz- unterhaltungen eine nicht unbedeutende
Aufgabe... Zu diesen Bedenken wegen der Moralität kommt noch
das vom volkswirtschaftlichen Standpunkt." |
Die Gemeindeväter sahen die Moral ihrer Jugendlichen nicht
zuletzt deshalb gefährdet, weil der Hirschwirt, in dessen kleinem
Saal die Musikproben stattfinden sollten, auch einen Krämerladen
unterhielt, in dem man bis in den späten Abend einkaufen konnte.
Da liess sich für die jungen Mädchen natürlich leicht
ein Grund für einen "dringenden" Einkauf finden,
um dort Burschen zu treffen und vielleicht ein paar Runden tanzen
zu können. Ein selbständiger Musikverein im "Hirschen"
forderte wohl auch den Widerstand der anderen Wirte heraus, die
ja mit der Musikkapelle ebenfalls Geschäfte machen wollten.
Hinzu kam, dass erst 1897 ein Gesangverein gegründet worden
war, dessen Dirigent, der hochangesehene Lehrer Künstler, in
seiner Eigenschaft als Gemeindeschreiber großen Einluss auf
die Entscheidungen der Gemeindeverwaltung hatte und in einem Musikverein
eine Konkurrenz zu seinem Gesangverein sah. In einem Dorf mit damals
433 Seelen durchaus verständlich. Am liebsten hätte er
die Musiker dem Gesangverein angeschlossen. Doch am 26.März
1900 sprachen Vorstand Straub und Dirigent Wolz erneut bei der Gemeinde
vor. "Mit dem Gesangverein konnten wir uns nicht einigen,
weshalb wir die Gemeindeverwaltung bitten, dies dem königlichen
Bezirksamt mitzuteilen, damit unser Verein doch endlich in Kraft
treten kann."
Doch die Gemeinde lehnte erneut ab, und von einem Musikverein ist
daraufhin bis 1950 keine Rede mehr. |