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Die Musikkapelle in der Zeit des "Dritten Reiches"In seiner Sitzung am 6.Mai 1933 beschloss der Gemeinderat: "Der Musikkapelle werden für das Spielen am 1.Mai (Nationalfeiertag) 2 Mark pro Mann genehmigt". Für den Feuerschutztag am 7.Mai 1933 gab es eine Mark pro Mann und zwei Glas Apfelwein. Im gleichen Jahr spielten die Musiker aber auch zum Empfang des Bischofs Ehrenfried, 1934 zur Primiz von Lorenz Heilmann (sen.) und zur Einweihung des Kriegerdenkmals. Bereits diese wenigen Daten beweisen, dass die Kapelle nach wie vor ihre Dienste für die Kirchengemeinde wie für die politische Gemeinde leistete. Sie versagte sich auch nicht bei den von den Nationalsozialisten verordneten neuen Anlässen, die allerdings in diesem kleinen, verhältnismässig armen und für die Partei uninteressanten Ort dank sehr vernünftiger und korrekter örtlicher Führungskräfte auf ein Mindestmass beschränkt blieben. Der eine oder
andere Leser mag sich noch an die Zeit der gemütlichen Waldfeste
am Sommerberg oder im kühlen Winnetal erinnern. Oder an das Spielen
am 1.Mai, wenn die feierlichen Klänge der Marienlieder vom Kapellenweg
über das Tal hallten - und auch noch heute jedes Jahr zu hören
sind. Oder an Ausflüge zu Fuss, z.B. an die Heunesäulen oder
in Nachbarorte, mit fröhlicher Einkehr bei flotter Unterhaltungsmusik. Der Beginn des 2.Weltkrieges bedeutete natürlich wieder einen brutalen Eingriff, zumal der gealterte Dirigent Wolz nicht mehr mitwirken konnte. Es sprangen aber ehemals aktive Musiker wieder ein. So der damalige Dirigent des Gesangvereins Ludwig Link I., der mit dafür sorgte, dass wenigstens die Kirchenmusik weitergeführt werden konnte. U.a. bei der Primiz von Josef Link 1940, beim Einzug von Pfarrer Lieb 1943 und bei der Beisetzung des am 18.Oktober 1942 verstorbenen Gründers und bisherigen Dirigenten Lorenz Wolz. Die Verdienste dieses Idealisten um die Kapelle sind einmalig, hatte er sie doch durch fünf Jahrzehnte hervorragend geführt, ja geradezu väterlich betreut, hatte immer wieder Musikernachwuchs ausgebildet, ja sogar über Jahrzehnte seine eigene Wohnstube als Probelokal zur Verfügung gestellt.
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