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Die Blaskapelle erweitert ihre AktivitätenVom Fehlschlag der missglückten Vereinsgründung im Jahre 1900 liessen sich die Musiker jedoch nicht beirren, und als am 06.01.1904 durch den damaligen Pfarrer Joseph Heeger ein katholischer Arbeiterverein gegründet wurde, tratem diesem sofort neun Mann der Musikkapelle als Mitglieder bei. Der sehr verständnisvolle Priester gewann die Musiker auch bald für die Begleitung der Prozessionen, zunächst für 30 Mark, ab 1912 für 40 Mark pro Jahr, die von der Gemeinde bezahlt wurden. Es verwundert eigentlich, dass der Einsatz in kirchlichem Rahmen in dem seinerzeit rein katholischen Dorf erst so spät erfolgte. Das hing zunächst mit der Ausbildung der Musiker im damals evangelischen Dorf Vielbrunn zusammen, wo sie keine Möglichkeit zum Spielen katholischer Kirchenlieder hatten. Es ist aber auch verständlich, dass die jungen Männer, die ja noch als siebzehnjährige "Sonntagsschüler" in den vorderen Kirchenbänken Platz nehmen mussten und bei der "Christenlehre" vor versammelter Gemeinde ausgefragt wurden, zunächst einmal froh waren, der "Obhut" der Kirche entwachsen zu sein. Seit Pfarrer Heeger ist jedoch die Prozessionsmusik für die Blaskapelle eine Selbstverständlichkeit, und sie wurde sogar während der beiden Weltkriege -wenn auch zeitweise in minimaler Besetzung- gespielt.
Natürlich hatte sich inzwischen das Verhältnis zur Gemeinde wieder entspannt. So spielte die Kapelle in deren Auftrag zur Jubiläumsfeier des Lehrers und erhielt dafür 28 Mark; ferner weitere vier Mark für das anschliessende Konzert. Die Musiker genossen auch in der Umgebung Ansehen und wurden dort verpflichtet, wie ein Foto von 1911 belegt, wo sie beim Turnfest in Kleinheubach aufspielten. Die Tanzmusik im Dorf und in den Nachbarorten war natürlich das bedeutendste Einsatzgebiet. Am 31.12.1918 erhielt die Kapelle 80 Mark von der Gemeinde "für geleistete Musik bei der Festfeier der heimkehrenden Krieger". Die Entwicklung der Blaskapelle konnte also sofort nach Beendigung des 1.Weltkrieges ungestört weitergehen.
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