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Aus der Geschichte der Musikkapelle
Rüdenau
Wir haben die Geschichte der Kapelle und die Geschichte
des Vereins getrennt. Wenn Sie nur eine der beiden interessiert, nutzen
Sie bitte das Navigationsmenü links. Wenn Sie den Pfeilen am Ende
des Textes folgen, erhalten Sie einen chronologischen Überblick der
Geschichte von Kapelle und Verein.
Musikbegeisterte Jungmänner
Hundertzehn
Jahre Musikkapelle Rüdenau, das sind hundertzehn Jahre Einsatz, Opfer
und treuer Dienst für die Gemeinschaft. Aber auch hundertzehn Jahre
Freude und Begeisterung, Trost und Gebet.
Wie kam es aber, dass vor hundertzehn
Jahren in einem kleinen Dorf junge Burschen, zudem einfache Arbeiter,
sich der Musik aktiv zuwandten und trotz aller Schwierigkeiten ihren Instrumenten
treu blieben und ihre Kapelle zu einem bedeutenden Kulturträger werden
liessen? Musik, vor allem wenn man dabei selbst aktiv wird, birgt Dimensionen,
die verstandesmässig gar nicht fassbar sind. Die einen unmittelbaren
Zugang zum seelischen erschliessen und daher in allen Kulturen und Sprachen
verstanden werden.
Warum waren
es aber gerade die Blasinstrumente, für welche sich damals die Jungmänner
begeisterten? Blasinstrumente, besonders die aus Blech, erzeugen einen
weithin tragenden, ja machtvoll strahlenden Klang. Aus Tierhörnern
entwickelt fanden sie schon im alten Äqypten Eingang in die Armee
und in kultische Handlungen. Auch das alte Testament der Bibel nennt zahlreiche
Einsätze beim Volk Israel. Selbst bei nordischen Völkern waren
bereits vor Christi Geburt bis zu drei Meter lange, gewundene Blasinstrumente
aus Bronze in Gebrauch. Der Wirkung der Töne kann man sich nicht
entziehen. Wer wurde noch nicht von festlichen Klängen ergriffen,
wer noch nicht von schwungvollen Tanzweisen oder straffer Marschmusik
mitgerissen?
So muss es
auch Lorenz Wolf, geboren am 15.03.1875, und seinen etwa gleichaltrigen
Freunden Karl-Maria Dörr, Joseph Kohl, Valentin Leis und Ludwig Straub
um das Jahr 1890 ergangen sein, als sie die Musikkapellen in Miltenberg
und Laudenbach, den Musikzug des Fürsten zu Löwenstein in Kleinheubach
oder den im Odenwald bekannten volkstümlichen Musikanten Schorsch
Ruppert aus Vielbrunn hörten. Von ihrem in schwerer Arbeit verdienten
Geld beschafften sie sich Instrumente und wanderten ungezählte Male
durch den Wald nach Vielbrunn, um sich dort anlernen zu lassen. Etwas
besser hatte es da Valentin Leis, dessen Lehrherr Tünchermeister
Vogel in Miltenberg die Tuba blies, so dass er von diesem neben dem Handwerk
auch die Tuba beherrschen lernte.
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